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Persönliche Anmerkungen zum Tode von Vaclav Havel
Dienstag, den 20. Dezember 2011 um 12:37 Uhr

Ein Schriftsteller, ein Bürgerrechtler, ein Dissident, ein Präsident der Bürger, ein Europäer der ersten Stunde, ein Staatsmann von Weltrang, ein Held – für mich, wie für viele andere, ein Vorbild! Sein Tod macht traurig. Die hohe Wertschätzung des tschechischen Volkes und aller Staatsmänner spiegelt sich in deren Reaktionen auf seinen Tod wider.

Das erste Mal begegnete ich dem Schriftsteller Václav Havel in seinem Prager Lieblingskaffeehaus „Slavia“. Es muss in den Siebziger Jahren gewesen sein. Ahnungslos schneite ich dort eines Tages herein, um mich aufzuwärmen. Dass sich dort Prager Künstler und Intellektuelle regelmäßig trafen, wusste ich nicht. Havel, Grůša und Co. waren mir damals noch kein Begriff. An einem der hinteren Tische saß eine Gruppe qualmender und munter diskutierender Männer. Aus Langeweile beobachtete ich sie und versuchte was aufzuschnappen. Es ging um allgemeine Unterdrückung der Individuen, die nichtvorhandene Demokratie, und wie man politische Reformen in der Tschechoslowakei einleiten könnte. Einem der Männer – es war Vašík, wie Havel am Tisch genannt wurde – fiel mein Lauschen auf. Die hitzige Debatte wurde sofort eingestellt, die Gespräche wurden leiser. Ich wurde eingeladen, mich zu ihnen zu setzen. Nun sprach man über die jüngsten literarischen Arbeiten der Anwesenden und Nichtanwesenden. Nach etwa einer Viertelstunde verabschiedete ich mich. Ich ahnte nicht, welch interessanter und politisch brisanter Runde ich da kurz beigewohnt hatte. An einen Satz während meines „Lauschangriffs“ kann ich mich erinnern: „Eine Demokratie ist wie ein zartes Pflänzchen, dass man hegen und pflegen muss“. Dieser Satz hat sich mir eingeprägt, er wurde zu einem meiner Leitsätze. Er stammt von Václav Havel.

Meine zweite Begegnung mit ihm war 1997 auf der Hradschin-Treppe. Unsere damalige Artur-Redaktion machte einen Ausflug nach Prag. Dazu gehörte natürlich auch ein Besuch der Prager Burg. Wir gingen zu Fuß nach oben. Zwischen den unzähligen Menschen erblickten wir unerwartet den Präsidenten der Tschechslovakischen Republik und seine Frau Olga. Ohne Bodyguard, scheinbar weitgehend unerkannt und vielleicht deswegen auch gutgelaunt, stiegen die beiden eingehängt die Treppe hinunter. Wolfgang grüßte mit „dobrý den“ und Havel antwortete lächelnd „dobrý den“.

Ein drittes Mal traf ich den Präsidenten während der Vorbereitung meiner ersten grenzüberschreitenden Augsburger Kulturveranstaltung mit dem Thema „Kafka“. Einer der Programmpunkte war eine politische Podiumsdiskussion, zu der unter anderem Herr Bernd Posselt von der Sudetendeutschen Landsmannschaft und Herr Miroslav Kunštát, enger Mitarbeiter des tschechischen Präsidenten, eingeladen waren. Zu Vorgesprächen erhielt ich eine Einladung nach Prag. Unser Termin fand im Büro von Herrn Kunštát auf der Prager Burg statt. Pünktlich erschien ich, wurde am Eingang auf Herz und Nieren geprüft und vor einer der unzähligen Türen in einem nicht enden wollenden Gang mir selbst überlassen. Dort sollte ich warten. Nach geraumer Zeit öffnete sich eine Tür und der Kopf des Präsidenten schaute hervor. Er guckte in beide Richtungen, sah mich und fragte, auf wen ich den warte. Ich war so überrascht, dass ich kaum ein Wort hervorbrachte und stammelte etwas wie „auf meinen Termin“. Havel trat hervor, grüßte, stellte sich vor und entschuldigte die Verspätung seines Mitarbeiters mit den Worten. „Ich bin zwar der Präsident, aber den täglichen Verkehrsstau in Prag kann ich leider nicht verhindern.“ Er lud mich ein, in seinem Büro zu warten und mit ihm zusammen eine Tasse Kaffee trinken. Wie im Rausch betrat ich den Raum. Havel drückte einen Knopf an seinem Telefon, den zweiten, den dritten, nichts passierte. Er meinte: „Sehen Sie, wie wenig Macht ich hier habe? Es findet sich auch keiner, der uns einen Kaffee bringt. Macht nichts, ich bin gewappnet.“ Aus einem Schrank holte er einen Tauchsieder heraus, erhitzte etwas Wasser, löffelte in je eine Tasse gemahlenes Kaffeepulver ein und machte uns eine „Turka“ (Kaffee mit Satz).

Während meiner vielen Aufenthalte zwecks Kulturaustausch zwischen den Partnerstädten  Augsburg und Liberec (Reichenberg) war ich Gast bei einer sich jährlich wiederholenden Weihnachtsauktion zu Gunsten von Sozialschwachen, die der Ex-Primator Jiří Kittner ins Leben gerufen hatte. Damals, 2008, wurden Prominente aufgerufen, eine Zeichnung mit Signatur zur Verfügung zu stellen. Der Ex-Präsident, Václav Havel, ließ sich nicht zweimal bitten, fertigte sofort die oben abgebildete Zeichnung an und schickte sie nach Liberec. Ich wollte diese Zeichnung unbedingt ersteigern. Mein „Gegenspieler“ war der Primator selbst. Ich konnte bieten, so viel ich wollte, Kittner hat überboten. Frustriert gab ich auf. Nach der Versteigerung, im privaten Kreis, bekam ich Havels Zeichnung als persönliches Geschenk von Jiří überreicht. Seither hing das „Blattl“ an unserer Kühlschranktür. Heute haben wir beschlossen, es einzurahmen.

Prag, 18. Dezember (AFP/nd) - Der frühere tschechische Präsident Vaclav Havel ist tot. Er starb nach Angaben seiner Sprecherin Sabina Tancevova am frühen Sonntagmorgen nach langer Krankheit im Alter von 75 Jahren. Havel hatte seit vielen Jahren mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen und war zuletzt nur noch selten öffentlich aufgetreten.

 


 

 
Theatergastspiel: Welt der Verdammten
Donnerstag, den 10. November 2011 um 14:00 Uhr

Svět odsouzenvcův – The World of The Condemned – Welt der Verdammten (Verurteilten)
Spitfire Company Prag – Eines der besten nonverbalen und experimentellen tschechischen Theater-Ensembles

Diese einmalige Verbindung des physischen Theaters mit Musik und Aktionskunst war nicht nur auf den tschechischen Bühnen ein Erfolg. Im Verlauf einer Stunde entsteht auf der Bühne ein Originalgemälde des Malers Jan Miko, das die Handlung der Schauspieler und Tänzer widerspiegelt. Der Körper wird zum Gemälde, und das Gemälde erwacht durch den Tänzer zum Leben. Im Fokus des Stücks steht ein Mann, der Grenzsituationen ausgesetzt wird, die ihn bedrohen, einschränken und befremden. Dennoch findet er den Mut, sich dagegen aufzulehnen und einen Schritt in Richtung Freiheit und Selbstverständnis zu wagen. »Die Welt der Verdammten« ist eine Tanz- und Bildfreske über die Gefühle der Vergänglichkeit und der Intoleranz und über die Unmöglichkeit sich zu verständigen.

Präsentiert von der Deutsch-Tschechischen Gesellschaft Augsburg und Schwaben und dem Tschechischen Zentrum München
Dauer: ca. 60 Min. ohne Pause
Eintritt: € 12,- | € 10,- (ermäßigt)
Kartenvorverkauf und -reservierung: Kulturhaus abraxas, Tel. (0821) 324 63 55
Info: www.bezhlavi.cz/en
 

 
Deutsch-Tschechische Kulturtage "Dialog 2011"
Mittwoch, den 22. Juni 2011 um 10:07 Uhr

Seit 2005 finden – unter dem Motto "Dialog" – alle zwei Jahre Deutsch-Tschechische Kulturtage mit der tschechischen Partnerstadt Liberec, dem früheren Reichenberg, statt. 2011, im Jahr des 10-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft, war Augsburg vom 8. – 11.6. Austragungsort des kulturellen Austauschprogramms.

Wie schon 2005, 2007 und 2009, so wurden auch in diesem Jahr wieder junge Menschen – sowohl in der Vorbereitungszeit als auch während der Veranstaltungen – in das Projekt eingebunden. Der Grund ist klar in die Zukunft gerichtet: Sie sollen sich kennenlernen, zusammenarbeiten, gemeinsame Erlebnisse teilen, um später in ihrem Erwachsenenleben die einst geknüpfte Beziehung, vielleicht sogar Freundschaften, zu vertiefen. „Das verstehe ich unter einem friedlich vereinten Europa ohne Grenzen“, sagt Projektleiterin Sonja Hefele. Zu Beginn der Konzept-Planung kam ihr der Zufall entgegen. Joachim Drexel, Lehrer am Maria-Theresia-Gymnasium, fragte an, ob und wie sich sein Praxisseminar am Projekt begleitend beteiligen könnte. So entstand eine rege Zusammenarbeit mit 13 Schülern, die ihre Ideen und ihre Überlegenheit in der Nutzung der neuen Medien wie Internet, Powerpoint, QR-Code u. ä. einbrachten und die Werbung für den Dialog bereicherten. (v.l. Bgm. Peter Grab, Sonja Hefele, Primatorin der Stadt Liberec Martina Rosenbergová, Kamila Podrábská)

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Deutsch-Tschechische Kulturtage - Dialog 2011
Dienstag, den 07. Juni 2011 um 10:28 Uhr

Deutsch-Tschechische Kulturtage Augsburg - Liberec

vom 8. bis 12. Juni 2011

10 JAHRE STÄDTEPARTNERSCHAFT

Am 1. Mai 2001 wurde die Städtepartnerschaft zwischen der Stadt Augsburg und der Stadt Liberec, dem früheren Reichenberg, besiegelt, die nun auf vielfältige Weise gelebt wird.

Seither findet ein reger Bürgeraustausch statt. Regelmäßig werden Besuche von Erwachsenen, Schülern und Studenten in den jeweiligen Rathäusern der beiden Partnerstädte empfangen.

Alle zwei Jahre findet ein umfangreiches kulturelles Austauschprogramm statt – der DIALOG!

Das diesjährige Programm finden Sie hier:

artefakt-augsburg.de/files/Flyer2011.pdf


Programm zur Feierlichen Eröffnung am Donnerstag, 09.06. ab 19 Uhr:

artefakt-augsburg.de/files/1_1_AblaufPRG Erůffnung.pdf

 

Programm zur Liberecer Garten Nacht am Freitag, 10.06. ab 19 Uhr:

artefakt-augsburg.de/files/1_1_PRGGartennacht.pdf

Das ganze Programm ganz einfach auf einem Handy:

Mit einem QR-Code-Leseprogramm für das Handy ist es möglich alle Informationen einfach und schnell aufzurufen. Mit einem QR-Code-Leseprogramm für das Handy ist es möglich alle Informationen einfach und schnell aufzurufen.

Smartfon hinhalten - und Sie können das Programm von Ihrem Handydisplay ablesen:

 
Dialog 2011
Montag, den 30. Mai 2011 um 10:26 Uhr

Zum Download der Powerpoint-

Präsentation klicken Sie auf das Logo!

 
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